Tragikomödie in 24 Folgen. Von A bis X. Eine Serie der etwas anderen Art.

Es erwartet Sie eine unterhaltende Darbietung von Information - zum Thema "Stellensuche & Bewerben". In Form eines Selbsttests, entwickelt von mir. Satire oder bitterer Ernst? Entscheiden Sie selbst.

Der ultimative Selbsttest: Bist du reif für ein Bewerbungscoaching?

A. Wo informierst du dich im Bedarfsfall über freie Stellen bzw. Jobs?

  1. Gar nicht. Ich warte, bis die Arbeitsagentur mir Angebote schickt.
  2. In unserer lokalen Tageszeitung. Wir leben auf dem Dorf, und meine Eltern haben ein Abo.
  3. In verschiedenen Printmedien, im Internet, in speziellen Foren, auf Jobmessen, im Freundes- und Bekanntenkreis, bei Job-Speed-Datings.


B. Bist du in sozialen Netzwerken aktiv?

  1. Yesss! Stayfriends, StudiVZ, Friendscout, Facebook. Überall tolle Urlaubsfotos von mir drin. Und jede Menge Anekdoten.
  2. Nö, ich bin doch kein Soz.-Päd.!
  3. Ja. XING, LinkedIn, Yasni. Ich achte auf meine Online-Reputation. Auch auf Twitter.


C. Woran denkst du bei AIDA?

  1. An dieses Clubschiff. Party!
  2. Ich glaube, es gibt eine Oper, die so heißt. Von Verdi oder so.
  3. An eine Marketingformel, die mir dabei hilft, mich erfolgreich zu vermarkten: Attention, Interest, Desire, Action.


D. Wofür steht die Abkürzung USP?

  1. Weiß nicht so genau. Jedenfalls hängt der Stick um meinen Hals, an einer stylishen Panzerkette natürlich.
  2. Das ist doch dieser amerikanische Paket-Service. Na, ein Logistikunternehmen halt.
  3. Für "unique selling proposition", also ein Alleinstellungsmerkmal. Ich kenne meinen USP und kann ihn glaubhaft kommunizieren.


E. Welche Bewerbungsunterlagen hast du – für den Fall der Fälle?

  1. Ein Blog. Mit meinen Alltagserlebnissen und ein paar lustigen Youtube-Videos. LOL.
  2. Einen Lebenslauf, der müsste ungefähr fünf Jahre alt sein. Mein erstes Arbeitszeugnis ist weg. Mit dem zweiten bin ich nicht einverstanden. Da gibt’s gerade Zoff.
  3. Anschreiben (Muster), Deckblatt, Foto, Lebenslauf, Dritte Seite, Profil, Publikationsliste, Referenzen, Arbeitsproben, alle Zeugnisse & Arbeitsbestätigungen.


F. Nutzt du den Halo-Effekt?

  1. Ich kenn nur die Halo-Serie. Also diese Ego-Shooter-Computerspielserie. Der erste Teil war der beste. Halo: Kampf um die Zukunft. Xbox forever!
  2. Klar, wenn mich jemand grüßt, grüße ich automatisch zurück. Das gilt auch für Chefs!
  3. Ja. Der Gesamteindruck, den ich spontan hinterlasse, überstrahlt die weitere Wahrnehmung. Das weiß man aus der Psychologie. Also versuche ich von Beginn an, positiv rüberzukommen. Egal, ob schriftlich, telefonisch oder persönlich.


G. Was machst du auf einer Job-Messe?

  1. Kugelschreiber, Stofftaschen und Bonbons einsammeln. Manchmal gibt es auch Gewinnspiele.
  2. Ich gehe auf die drei größten Stände zu und frage: "Ich wollte mal fragen, stellen Sie auch Kaufleute ein?" Dabei überreiche ich meine Unterlagen. Wem, ist egal. Die werden sich schon drum kümmern.
  3. Ich besuche vorrangig jene Aussteller, über die ich mich zuvor im Netz informiert bzw. mit denen ich konkrete Gesprächstermine vereinbart habe; mit den Entscheidern natürlich. Zwischendurch höre ich mir ein paar Vorträge an.


H. Was ist ein Elevator Pitch?

  1. Pech im Aufzug. Also wenn er zu voll ist oder stecken bleibt z. B.
  2. Ein Geschwindigkeitswettbewerb zwischen mehreren Aufzügen, typisch amerikanisch.
  3. Eine knackige, überzeugende Präsentation meines Anliegens. Und zwar so kurz, dass sie während einer Aufzugsfahrt stattfinden könnte. Ein 30-Sekunden-Verkaufsgespräch in eigener Sache quasi.


I. Zurück zu den Unterlagen. Worauf achtest du bei der Auswahl des Fotos?

  1. Auf meinem Rechner findet sich bestimmt ein starkes Ganzkörperfoto. Wenn nicht, geh ich zum nächsten Passbildautomaten.
  2. Wieso Foto? Das hat doch nichts mit meiner Eignung zu tun! Komplett überflüssig!
  3. Auf freundlichen Gesichtsausdruck, adäquate Kleidung und Frisur. Hintergrund. Format. Bildausschnitt. Qualität.


J. Wie formulierst du dein Bewerbungsanschreiben?

  1. Zwei Seiten. Lange Sätze, viele Fachbegriffe, Fremdwörter, Semikolons. Und 2-3 Fußnoten. Das wirkt intelligent!
  2. Zwei Sätze. Das muss reichen. Mit hochachtungsvollsten Grüßen.
  3. Ich versuche, leserorientiert zu schreiben, also meinen Nutzen für das Unternehmen darzustellen. Prägnant, verständlich, in Ja-Sage-Stimmung versetzend. 3-5 Absätze, eine Seite.


K. Verwendest du ein Logo in deinem Briefkopf?

  1. Logo! Und zwar das von der Firma, bei der ich mich gerade bewerbe. GfK, Siemens, BMW. Copy & paste, you know.
  2. Nein, keinesfalls, das macht viel zu viel Arbeit. Und einen Briefkopf brauch ich auch nicht. Ich schreibe meinen Absender oben linksbündig aufs Anschreiben. So hat man das schließlich in der Schule gelernt.
  3. Ja, als kleinen, aber feinen Hingucker. Am besten ein selbst designtes. Eines, das zu mir, zum Job bzw. zur Branche passt.


L. Wie gestaltest du die Betreffzeile im Bewerbungsanschreiben?

  1. Ätsch! Gar nicht. Die ist laut DIN 5008 nämlich weggefallen! So steht’s im Netz!
  2. Das ist doch klar. Ich schreibe "Betr.:" davor, doppelt unterstrichen. Schriftgrad 16. Rot.
  3. Etwas auffälliger als den eigentlichen Text, also zum Beispiel fett. Noch wichtiger ist aber, dass ich sie treffend formuliere. Eben so, dass der Empfänger sofort weiß, um was es geht bzw. auf was ich mich beziehe.


M. Angenommen, du verschickst deine Unterlagen per Briefpost. Welche Mappe verwendest du?

  1. Unbedingt dieses vierteilige Papp-Klapp-Modell. Mit Pinstripes, gestanzten Kartoneinschüben, Klarsichtklemmschienen und Steckverschluss. Das wirkt kompetent und wichtig.
  2. Gar keine. Ich tacker die paar Blätter zusammen. Es kommt doch auf den Inhalt an!
  3. Ein gut handhabbares Modell ohne viel Schnickschnack. Aber keinen Schnellhefter. Eventuell entscheide ich mich für eine Spiralbindung. Dann bleibt die Mappe beim Umblättern wenigstens offen liegen.


N. Und welches Papier nimmst du für die Ausdrucke?

  1. Ein ganz edles. Elefantenhaut, marmoriert, mit Wasserzeichen oder so was in der Art.
  2. Na! Das, was gerade rumliegt. Gelbes Kopierpapier, 80 g.
  3. Eine leicht überdurchschnittliche Qualität, weiß, z. B. 100 g. Es muss für meinen Drucker geeignet sein. Oder für den im Copy-Shop.


O. Was beachtest du außerdem beim Versand per Briefpost?

  1. Ich entwerfe eigens einen coolen Aufkleber für den Umschlag: "Porto zahlt Empfänger".
  2. Ich verschicke die Unterlagen per Einschreiben mit Rückschein. Mit Zusatzanweisung "eigenhändig". Man weiß ja nie!
  3. Ich wähle das Umschlagformat C 4 oder B 4, je nach Größe und Stärke der Mappe. Und ich achte auf das richtige Porto. Meist reichen € 1,45 (Großbrief). Ich wähle eine passende  Sondermarke. Oder eine Internetmarke, die ich gleich auf den Umschlag drucken kann.


P. Wie gehst du vor, wenn du dich per E-Mail bewirbst?

  1. Der Empfänger info@... erhält 12 Dateien: Bewerb1 bis Bewerb12. Von Cooler_Hengst@... Überraschung! :-)
  2. Ich gebe der Mail eine hohe Prioritätsstufe und fordere eine Lesebestätigung an. Vorsichtshalber versende ich sie alle drei Stunden. Es geht schließlich um mich!
  3. Ich recherchiere eine personenbezogene E-Mail-Adresse. Die relevanten Dokumente wandle ich in pdfs um und prüfe vor dem Versand, ob das hingehauen hat.

 

Q. Kommen Initiativbewerbungen für dich infrage?

  1. Im Prinzip schon. Ich will ja arbeiten. Aber ich weiß nicht, was und wo.
  2. Nein. Soll doch das Unternehmen auf mich zukommen, wenn es etwas von mir will.
  3. Unbedingt. Man weiß ja, dass viele Jobs gar nicht öffentlich ausgeschrieben werden. Außerdem kann ich mich dann mit meinen Stärken und Aufgabenwünschen präsentieren, unabhängig von irgendwelchen überzogenen Stellenanforderungen.


R. Angenommen, du bewirbst dich telefonisch. Auf was achtest du?

  1. Ich rufe am Montagmorgen an, um zunächst allen eine schöne Arbeitswoche zu wünschen.
  2. Auf mein Kaugummi! Und ich spreche möglichst leise und langsam, damit ich niemanden erschrecke.
  3. Ich achte auf eine selbstbewusste, aber freundliche Stimmlage. Auf klare Ausdrucksweise. Ich trage mein Anliegen kurz vor, stelle offene Fragen und höre aktiv zu.


S. Was ziehst du zum persönlichen Vorstellungsgespräch an?

  1. Am besten dasselbe wie auf dem Bewerbungsfoto. Inklusive Piercing. Dann erkennt man mich wenigstens sofort!
  2. Meinen schwarzen Beerdigungsanzug. In diesem Fall natürlich mit Comic-Krawatte!
  3. Etwas, das zu Position, Branche und Unternehmen passt. Und zu mir. Ich möchte mich ja auch wohl fühlen.


T. Was antwortest du auf die Frage nach deinen Schwächen?

  1. Hihi, Schokolade und mein Freund.
  2. Ich habe keine Schwächen. Ich nehme alles sehr genau.
  3. Ich nenne eine kleine fachliche Schwäche, die leicht zu beheben ist. Oder eine frühere Schwäche, die ich in den Griff bekommen habe. Oder eine, die bei der konkreten Stelle keine Rolle spielt.


U. Wie verhältst du dich, wenn dir eine "unerlaubte" Frage gestellt wird?

  1. Ich flunkere eine Story zusammen. Dabei wippe ich ganz schnell mit dem rechten Bein.
  2. Ich verschränke die Arme und sage: "Das dürfen Sie nicht fragen."
  3. Ich gebe höflich zu erkennen, dass ich die Frage für nicht angebracht halte und erkläre kurz, warum. Oder ich antworte mit einer Gegenfrage. Oder allgemein. Oder augenzwinkernd. Je nach meinem Gegenüber.


V. Welche Fragen stellst du selbst im Vorstellungsgespräch?

  1. Keine. Ich will ja nicht neugierig wirken. Sondern in den Recall!!
  2. Sozialleistungen? Urlaubsregelung? Kantine? Raucherecke?
  3. Ich habe mir mehrere schlaue Fragen überlegt. Die passen hier gar nicht alle hin.


W. Was machst du im Assessment-Center?

  1. Da logge ich mich nie ein. Ich nutze diese Datenbanksoftware nicht.
  2. Shoppen, Geld ausgeben – was sonst?
  3. Einen guten Eindruck: sympathisch, engagiert, kommunikativ, konfliktfähig. Nicht besserwisserisch. Die Jury von mir überzeugen. Menschlich, fachlich, methodisch.


X. Was hältst du von Coaches?

  1. Viel! Ich hab gleich zwei im Wohnzimmer stehen! Ideal zum Abhängen.
  2. Hm. In dieser Branche soll es ja einige schwarze Schafe geben. Erfolgscoaches, die einem das Blaue vom Himmel versprechen. Die einen mit irgendwelchen Gratis-E-Books ködern wollen oder so. Ich wüsste gar nicht, an wen ich mich da wenden sollte.
  3. Gute Bewerbungscoaches können einem dabei helfen, einen neuen Arbeitsplatz zu finden. Einen, an dem alles stimmt: Aufgaben, Kollegen, Kohle.

Test-Auswertung (Wir bleiben beim Du)

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Heißer Draht

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